In Deutschland lässt sich die Wahrscheinlichkeit, ob ein Kind studieren wird, am Bildungsstand der Eltern ablesen. Nur 23 Prozent der Kinder nicht-akademischer Herkunft nehmen ein Studium auf, obwohl doppelt so viele die Hochschulreife erreichen.
Gründe gibt es viele, wie zum Beispiel die hohe finanzielle Belastung oder fehlender familiärer Rückhalt für die Entscheidung zu einem Studium. Eine große Benachteiligung besteht auch in einem Mangel an Information.
Deshalb hatte ich die Idee zur Gründung der Initiative Arbeiterkind.de: Wir wollen dieses Informationsdefizit beheben und Schüler aus nicht-akademischen Herkunftsfamilien zur Aufnahme eines Hochschulstudiums ermutigen. Die derzeit sechs ehrenamtlichen Team-Mitglieder von ArbeiterKind.de stammen überwiegend selbst aus nicht-akademischem Hintergrund und kennen daher die Probleme, mit denen Kindern aus hochschulfernen Familien während ihrer Schul- und Studienzeit konfrontiert sind aus eigener Erfahrung.
Und so funktioniert’s: Auf der Internetseite www.arbeiterkind.de können sich die Schüler über die Vorteile eines Studiums und die Berufsperspektiven für Akademiker informieren. Außerdem werden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich ein Studium finanzieren lässt. Um die Schüler auch nach Ihrer Entscheidung für ein Studium zu unterstützen, bietet die soziale Initiative ArbeiterKind.de darüber hinaus hilfreiche Informationen darüber, wie man wissenschaftlich arbeitet, im Ausland studieren kann, sich um Praktika bewirbt und schließlich erfolgreich das Examen meistert. Über das Internetportal hinaus planen wir für Herbst 2008 als Modellprojekt am Standort Gießen Informationsveranstaltungen an Schulen mit gymnasialer Oberstufe.
Darüber hinaus baut die Initiative ein deutschlandweites Mentoren-Netzwerk auf. Nach nur wenigen Monaten engagieren sich bereits 370 MentorInnen in 70 lokalen Gruppen für ArbeiterKind.de. Die ehrenamtlichen Mentoren informieren und unterstützen Schüler und Studierende als Ansprechpartner vor Ort. Die MentorInnen organisieren sich über eine Kommunikationsplattform, die von der Universität Hamburg zur Verfügung gestellt wird.
Unser Einsatz hat bereits erste Erfolge gezeigt: Im Rahmen des Wettbewerbs startsocial wurde die Initiative ArbeiterKind.de Anfang Februar 2008 mit einem dreimonatigen Beratungsstipendium ausgezeichnet und im Juli in die Bundesauswahl der besten 25 Projekte gewählt. Ende September wird sich entscheiden, welche sieben Projekte als Bundessieger gekürt werden.